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Frage 6/10 zur Bundestagswahl 2017

Schaf- und Ziegenhalter betreiben Landschaftspflege und angewandten Naturschutz. Wie soll dieser Dienst honoriert werden?

Wie will Ihre Partei diesen Dienst an der Gesellschaft honorieren, und welche konkreten Vorschläge haben Sie dazu?
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CDU/CSU

Die Bedeutung der Schaf- und Ziegenhaltung für unsere Kulturlandschaft, die Biodiversität und den Naturschutz ist unbestritten. Es ist uns wichtig, dass die Naturschutzleistungen fair entlohnt werden. Die Schaf- und Ziegenhalter können über die Entwicklungsprogramme der Länder nach ELER-Verordnung sowie im Rahmen der GAK finanziell für ihre Landschaftspflege- und Naturschutzleistungen honoriert werden. Diese Unterstützung werden wir auch in Zukunft fortführen. Die standortangepassten Vertragsnaturschutz- und Landschaftspflegeprogramme der Länder sind besonders geeignet und sollten ausgebaut werden. Bayern ist hier zum Beispiel vorbildhaft. Mit Mitteln aus dem Bayerischen Naturschutzfonds wird die Schafbeweidung vielerorts mit einer Reihe von Maßnahmen unterstützt.

Im Rahmen der Weiterentwicklung der Naturschutzpolitik haben wir uns als CDU und CSU für die nächste Legislaturperiode vorgenommen, das Ausgleichsflächensystem zu reformieren und zu vereinfachen. Dabei wollen wir den Eingriff in die Natur, wo immer angemessen, nicht durch zusätzliche Flächenstilllegung, sondern finanziell kompensieren, um mit den Einnahmen berechtigte ökologische Anliegen zu fördern. Gelingt dies, werden die Länder auch mehr Spielraum haben, damit die spezifischen Beweidungsprojekte im Rahmen des Vertragsnaturschutzes zu fördern.

SPD

Die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) muss sich zukünftig stärker am Gemeinwohl und den gesellschaftlichen Anforderungen ausrichten. Bis Ende 2026 soll der schrittweise vollständige Ausstieg aus den pauschal gezahlten Direktzahlungen vollzogen werden. Europa braucht bis spätestens 2026 eine konsequente und kohärente Strategie, die es ermöglicht, Gemeinwohlleistungen unter den Bedingungen offener Märkte und des schnellen technologischen und gesellschaftlichen Wandels zu erbringen.

Die neue Agrarförderung soll sich an der Stärkung der ländlichen Räume, der umweltgerechten und nachhaltigen Produktionsmethoden, der Förderung von Innovationen in der Ernährungs- und Landwirtschaft und der Absicherung der beruflichen Perspektive für die in diesen Sektoren arbeitenden Menschen orientieren. Zur Stärkung nachhaltiger Produktionsmethoden zählen wir auch die Schaf- und Ziegenhaltung, die für ihre Leistungen in der Landschaftspflege gefördert werden soll. So vermeiden wir auch Probleme mit dem WTO-Vertragswerk, in dem wir uns verpflichtet haben, keine produktbezogene Landwirtschaftsförderung mehr zu leisten.

Bündnis 90 / Die Grünen

Bei der GAP nach 2020 ist für uns die Hauptsache, dass künftig öffentliches Geld nur noch bei öffentlicher Leistung verteilt wird, also zum Beispiel bei Tier-, Umwelt- und Naturschutz. Diese Leistung sehen wir bei der Weidehaltung in mehrfacher Hinsicht gegeben und setzen uns für eine bessere Honorierung der gesellschaftlichen Leistungen der Schaf-  und Ziegenhalter ein. Insbesondere artenreiches Grünland ist ohne eine Schaf- und Ziegenhaltung nicht zu bewahren.

Wir befürworten die Einführung von Koppelzahlungen zugunsten von Weidehaltung. Bei der GAP nach 2020 ist für uns die Hauptsache, dass künftig öffentliches Geld nur noch bei öffentlicher Leistung verteilt wird, also zum Beispiel bei Tier-, Umwelt- und Naturschutz. Diese Leistung sehen wir bei der Weidehaltung in mehrfacher Hinsicht gegeben.

FDP

Wir setzen uns im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union für die Beibehaltung des bewährten Fördersystems aus erster und zweiter Säule in der bisherigen Gewichtung ein. Für die Honorierung landschaftspflegerischer Leistungen stehen verschiedene Förderinstrumente der zweiten Säule zur Verfügung.

Bei der Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete streben wir im Sinne unseres Leitmotivs „Schützen durch Nützen“ und in Ergänzung zur flächenbezogenen Förderung einen Zuschlag für die Haltung von Raufutterfressern (Kühe, Schafe, Pferde, Ziegen) an, um einen fairen Gemeinwohlausgleich für die Offenhaltung der Kulturlandschaften zu bieten.

Die Linken

Gesellschaftliche Leistungen wie Hochwasserschutz durch Deichbeweidung und die Pflege von geschützten Biotopen sind mit besonders hohem Arbeitsaufwand verbunden. Hier setzt sich DIE LINKE für ein langfristiges Honorierungssystem ein, das für die Betriebe Planungssicherheit und eine angemessene Bezahlung der Leistung gewährleistet, eine Weideprämie als Grundsockel plus Zuschläge mit steigendem Arbeitsaufwand entsprechend der Standortbedingungen.

Aus Sicht der LINKEN sind die schaf- und ziegenhaltenden Betriebe in Deutschland die Tierhaltungs- und Landbewirtschaftungsform mit der höchsten gesellschaftlichen Anerkennung. Sie trägt nicht nur zur Kulturlandschaftspflege, zum Naturschutz sowie zum Grünlanderhalt bei, sondern auch zum effektivsten Deichschutz und nicht zu vergessen zur nachhaltigen Erzeugung von Lebensmitteln.

Diese Benachteiligung gegenüber weidetierhaltenden Betrieben in den anderen EU-Staaten ist inakzeptabel, zumal viele Betriebe Fördermöglichkeiten aus der Zweiten Säule nicht oder nur eingeschränkt nutzen können oder diese Finanzierungsquelle für die gesellschaftlichen Leistungen dieser Tierhaltungen nicht ausreicht. Das zeigt eine völlig ungenügende Wertschätzung der Regierungskoalition von CDU/CSU und SPD von Leistungen, die von den Schaf- und Ziegehalterinnen und -haltern für unsere Kulturlandschaft und die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft erbracht werden. Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter müssen von ihrer Arbeit leben können, insbesondere weil sie damit vor allem gesellschaftliche Anforderungen an den Natur- und Tierschutz erfüllen.

[Anm. der Redaktion: Dies ist eine verkürzte Darstellung der Antwort, da Die Linke auf  4 der 10 Fragen auf einmal geantwortet hat. Lesen Sie hier die vollständige Antwort der Partei auf die Fragen 1-3 und 6]

Hier geht's zu den anderen Fragen

1. 1. Warum sollten Schaf- und Ziegenhalter Ihre Partei wählen?

2. Wie bremsen Sie die Abwärtsspirale der Einkommenssituation und der immer kleiner werdenden Zahl der gehaltenen Schafe?

3. Deutsche Schafhalter keine gekoppelte Prämie, wie in den meisten anderen EU-Ländern. Was werden Sie gegen diese Benachteiligung tun?

4. Wo sehen Sie Möglichkeiten, die übermäßigen Belastungen durch die Bürokratie abzubauen?

5. Weidetierhalter leiden unter der Rückkehr des Wolfes. Was werden Sie für die Schaf- und Ziegenhalter tun?

7. Die Verordnung (EU) Nr. 630/2013 vom 28.06.2013 mit dem Ziel der Scrapie-Bekämpfung führte zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Zuchtbetriebs, u.a. durch einen totalen Handelsstopp. Was werden Sie gegen die Benachteiligung deutscher Schaf- und Ziegenhalter tun?

8. Schafhalter erhalten im Gegensatz zu Imkern keine Agrardiesel-Rückerstattung. Was wollen Sie gegen diese Benachteiligung tun?

9. Der Lammfleischmarkt leidet unter den Importen. Wie wollen Sie die Absatzsituation für deutsches Lammfleisch verbessern?

10. Was werden Sie tun, um den Wert der Schafwolle als Rohstoff zu verbessern und die Schur vor Misskredit zu bewahren?

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