
Milchziegenhof Obermayer überzeugt mit eigener Wertschöpfungskette
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat am 22. Januar 2026 auf der Grünen Woche in Berlin die drei Gewinnerbetriebe des Bundeswettbewerbs Ökologischer Landbau 2026 ausgezeichnet. Darunter der Ziegenhof Obermayer aus Niedersachsen.
von BMLEH / Red. erschienen am 23.01.2026Mit dem Preisgeld von insgesamt 37.500 Euro ehrt das BMLEH Landwirtinnen und Landwirte, die erfolgreich ökologisch wirtschaften und sich mit ungewöhnlichen Konzepten, Eigeninitiative und Kreativität hervortun. Die diesjährigen Gewinnerinnen und Gewinner überzeugten die Jury mit einer besonders nachhaltigen Obsterzeugung, einer innovativen Betriebsgemeinschaft und einem Ziegenbetrieb mit eigener, regionaler Wertschöpfungskette.
Bundesminister Rainer dazu: „Die ausgezeichneten Bio-Betriebe machen deutlich, wie breit der heimische Ökolandbau aufgestellt ist und welche Bedeutung er gerade für unsere ländlichen Regionen hat.“
Die Gewinner im Kurzportrait:
Der Bioland-Hof Obermayer erhält die Auszeichnung für die überzeugende Umsetzung eines Betriebskonzeptes, bei dem die Erzeugung von Ziegenmilch und eine regionale Vermarktung im Mittelpunkt stehen. Das Betriebsleiterpaar Veronika und Sören Obermayer hat in wenigen Jahren eine eigene Produktion und eine Vermarktung-GbR für diverse Ziegenmilchprodukte aufgebaut. Die Ziegenspezialitäten werden ausschließlich regional im Umkreis von 30 km vermarktet. Für die Haltung der 60-köpfigen Mutterziegenherde hat das Paar neue Konzepte entwickelt, etwa die Fütterung mit Laub von Agroforstflächen. Durch den Hofladen, regelmäßige Hofführungen und Kulturveranstaltungen sowie enge Partnerschaften mit mehreren Schulen ist der Betrieb zu einer wichtigen und beliebten Anlaufstelle in der Region geworden.
Die Naturland-Betriebe Neudecker beeindruckten die Jury mit einer unternehmerisch und vielseitig ausgerichteten Betriebsgemeinschaft. So baut Anton Neudecker auf seinem Betrieb Bio-Zuckermais an, für den er mit einem Partner auch eine Vermarktungsschiene aufgebaut hat. Barbara Neudecker hat auf ihrem Betriebsteil erfolgreich eine nachhaltige Pferdepensionshaltung aufgebaut, für die sie ein Bewegungsstallkonzept weiterentwickelt hat. Die Biogasanlage der Betriebsgemeinschaft wird im Verbund mit 20 weiteren Bio-Höfen der Region betrieben. Zur sinnvollen Nutzung der Abwärme hat Anton Neudecker ein eigenes Konzept entwickelt. So werden in der „Bröselei“ unter anderem über 2.000 t Altbrot getrocknet, gemahlen und als Kraftfutterkomponente an ein Mischfutterwerk geliefert. Durch einen Grünspeicher für diverse Photovoltaikanlagen gelingt es, die Betriebsgemeinschaft ganzjährig mit eigenem Strom zu versorgen.
Der Bio-Obsthof Glocker der Familie Glocker wird für sein besonders nachhaltiges Konzept zum Obstbau und seine Pionierarbeit in diesem Bereich ausgezeichnet. Der Betrieb baut Kern-, Stein- und Beerenobst an. Betriebsleiter Nikolaus Glocker hat alle Anbaubereiche im Sinne eines vorbeugenden Pflanzenschutzes optimiert, etwa durch eine gezielte Förderung des Bodenlebens, durch Anlage von Blühstreifen und Nutzung widerstandsfähiger Sorten. Die große Artenvielfalt senkt den Druck durch Schad- und Krankheitserreger. Der Betrieb ist seit langem regelmäßig Partner bei Forschungsprojekten zur Optimierung des Bio-Obstbaus und entwickelt auch selbst praxisnahe Technik für den Bio-Anbau, etwa eine Putzmaschine, mit der Regenflecken von den Früchten entfernt werden können. Zudem engagiert sich Nikolaus Glocker intensiv für den Wissenstransfer in der Branche.









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