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Schleswig-Holstein

Projekt ÖkoWurm fördert nachhaltiges Parasitenmanagement

Das vom Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein (MLLEV) geförderte Projekt ÖkoWurm – Nachhaltiges Parasitenmanagement in schleswig-holsteinischen Öko-Schaf- und Ziegenhaltungen – unterstützt die (ökologische) Weidehaltung von Schafen und Ziegen in Schleswig-Holstein.

von Thies Rahn, Ulrike Peschel / Red. erschienen am 11.03.2026
Das Projekt ÖkoWurm wird von der ÖkoRing – ökologischer Landbau GmbH durchgeführt und vom Land Schleswig-Holstein gefördert. © Anna Jurkovska/shutterstock.com
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Hintergrund des Projektes

Parasitenbefall kann nicht zu 100 % vermieden werden und verursacht Leistungseinbußen sowie oft auch Verluste. Auf Entwurmungen können Tierhaltende, insbesondere bei Schaflämmern und Ziegen, meist nicht verzichten. Leider wirken die Entwurmungsmittel immer schlechter, da es zunehmend Resistenzen gibt. Außerdem sind die Mittel ökologisch bedenklich, da sie die Dungfauna und andere Lebewesen schädigen.

Deshalb ist nachhaltiges Parasitenmanagement dringend notwendig: eine mehrgleisige Strategie, passend für die eigene Herde, die auf guter Diagnostik, geschicktem Weidemanagement und anderen Maßnahmen beruht. Entwurmungen können dadurch reduziert werden, ohne Einbußen fürchten zu müssen.

Das Projekt ÖkoWurm veranstaltet mehrere Online-Vorträge und Seminare zu diesem Thema und unterstützt so die (ökologische) Weidehaltung von Schafen und Ziegen in Schleswig-Holstein durch die interaktive Vermittlung von Kenntnissen zu nachhaltigen Managementstrategien zur Kontrolle von Weideparasiten. Dabei gilt es, bei minimiertem Einsatz von antiparasitären Arzneimitteln Tiergesundheit und -leistung zu erhalten und gleichzeitig Umwelt- und Resistenzrisiken zu minimieren. Im Projekt werden Hintergrundwissen und Handlungsoptionen vermittelt und gemeinsam in Workshops betrieblich angepasst. Die Erfahrungen der Workshopteilnehmenden werden als Praxisbeispiel für weiteren Wissenstransfer genutzt.

Kontakt

ÖkoRing ökologischer Landbau GmbH

Adresse: Grüner Kamp 15–17, 24768 Rendsburg

Tel.: 04331/333460, E-Mail: info@oekoring.bio

Web: www.oekoring.bio

Bürozeiten: Montag bis Freitag, 8:30 bis 12:30 Uhr

Projekt ÖkoWurm: Thies Rahn, Tel.: 0171/7049385, E-Mail: thies.rahn@oekoring.bio und Ulrike Peschel, Tel.: 0174/7812354, E-Mail: ulrike.peschel@oekoring.bio


Am 4. und 18. Februar 2026 wurden Online-Seminare zum Thema nachhaltiges Parasitenmanagement durchgeführt, an welchen über 300 Interessierte teilnahmen.

So viel wie nötig, so wenig wie möglich

Warum Tierhalter ein nachhaltiges Parasitenmanagement durchführen sollten, erklärte Tierärztin Ulrike Peschel von ÖkoRing in ihrem Vortrag bei den Online-Veranstaltungen im Februar und stellte das Projekt ÖkoWurm und dessen Inhalte vor.

Sie plädierte an die Schaf- und Ziegenhaltenden, beim Parasitenmanagement alle verfügbaren Hebel zu nutzen, um auch langfristig erfolgreich die Tiere auf der Weide halten zu können. Dabei solle bestenfalls eine mehrgleisige Strategie, passend für die eigene Herde, entwickelt werden, die auf guter Diagnostik, geschicktem Weidemanagement und anderen Maßnahmen beruht. Entwurmungen könnten dadurch reduziert werden, ohne Einbußen fürchten zu müssen. Auch wenn vonseiten der EU-Öko-Verordnung wenig Vorgaben bestehen, sollte jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb sein Entwurmungsmanagement gut durchdenken, die Entwurmungen sehr kritisch und gezielt einsetzen und bestimmte Grundregeln beachten, um Resistenz- und Umweltrisiken zu reduzieren.

Resistenzzucht bei Schaf und Ziege

Dr. Lucie Grimm, Fachtierärztin für kleine Wiederkäuer, erklärte im ersten Seminar praxisnah Diagnostik und Monitoring der wichtigsten Parasitenarten. Am zweiten Abend ging es dann um konkrete Maßnahmen im Weidemanagement sowie um die Möglichkeit, durch geschickte Zuchtwahl die Widerstandsfähigkeit der Herde gegenüber Parasiten zu erhöhen.

Dr. Henrik Wagner von der JLU Gießen, ebenfalls Fachtierarzt für kleine Wiederkäuer, informierte über ein Projekt zur Etablierung eines Zuchtwertes bei Ziegen. Jeder kann darauf achten, nur die Tiere zur Zucht einzusetzen, die keine großen Probleme mit den Parasiten haben. Dadurch wird die Herde nach und nach genetisch widerstandsfähiger.

Eigene Strategien entwickeln und verbessern

Am 11. März 2026 findet zudem ein Workshop beim Landschaftspflegeverein Dummerstorfer Ufer in Lübeck zum Thema Parasitenmanagement statt. In diesem werden die Teilnehmenden weiteres Hintergrundwissen und Praxistipps zum Thema erhalten und, begleitet von Dr. Grimm, ihre eigene Strategie entwickeln bzw. überarbeiten.

Nachfolgend können in weiteren Treffen Ende des Jahres Fragen gestellt, die Strategie reflektiert und Anpassungen für das nächste Jahr besprochen werden.

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