
Fleischverzehr steigt um 1,4 kg pro Person
Nach vorläufigen Berechnungen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) aßen die Verbraucher in Deutschland 2025 pro Person 54,9 kg Fleisch. Das waren 1,4 kg mehr als im Vorjahr. Hauptgrund dafür: Ein Allzeithoch von knapp 15 kg Geflügelfleischverzehr pro Person.
von BLE / Red. erschienen am 15.04.2026Seit drei Jahren landet wieder mehr Fleisch und Wurst auf den Tellern der Konsumenten. Das Verzehrniveau früherer Jahre, wie beispielsweise 2011 mit 63,8 kg, wird aber nicht erreicht. Eine Ausnahme ist Geflügelfleisch: Laut der BZL-Versorgungsbilanz 2025 stieg der Verzehr um ein weiteres kg auf ein Allzeithoch von 14,7 kg pro Person, was knapp 27 % des gesamten Fleischverzehrs ausmachte.
Am meisten wurde jedoch weiterhin Schweinefleisch verzehrt. Mit durchschnittlich 28,3 kg pro Person machte diese Fleischsorte knapp 52 % des gesamten Fleischverzehrs pro Person aus. Bei Rind- und Kalbfleisch nahm der Verzehr trotz gestiegener Verbraucherpreise um gut 200 g auf 9,7 kg zu.
Fleischverbrauch ist nicht gleich Fleischverzehr
Insgesamt macht der Verzehr rund 72 % des gesamten Fleischverbrauchs aus. In die Versorgungsbilanz Fleisch fließen alle Teile des Schlachtkörpers ein, darunter auch Knochen, Blut und weitere Bestandteile, die nicht verzehrt werden.
Der Fleischverbrauch insgesamt enthält neben dem menschlichen Verzehr auch Verluste, die industrielle Verwendung, die Herstellung von Heimtiernahrung sowie die Ein- und Ausfuhr von Fleisch. Er nahm im Vorjahresvergleich nach vorläufigen Daten um 4,5 % auf 6,37 Mio. Tonnen zu.
Fleischerzeugung sinkt um 0,3 %
Dem zunehmenden Fleischverbrauch stand 2025 eine um 0,3 % geringere Fleischproduktion von insgesamt 7,3 Mio. Tonnen im Inland gegenüber. Maßgeblichen Anteil daran hatten weniger Rinderschlachtungen, weshalb die Nettoerzeugung von Rind- und Kalbfleisch gegenüber 2024 um 6 % sank. Die Geflügelfleischproduktion wurde unter anderem durch die Vogelgrippe beeinträchtigt und blieb mit 1,5 Mio. Tonnen knapp unter dem Vorjahresergebnis. Schweinefleisch hingegen verzeichnete einen Zuwachs von 1,1 %.
Importe auch bei Schaffleisch gestiegen
Um den höheren Fleischverbrauch zu decken, stieg die Einfuhr von Fleisch einschließlich fleischhaltiger Produkte und Innereien um fast 11 % auf rund 3,6 Mio. Tonnen. Vor allem beim knapp verfügbaren Rindfleisch, aber auch bei Geflügel- und Schaffleisch, kam es zu umfangreicheren Importen. Die Ausfuhr übertraf zwar weiterhin die Einfuhr, sie wuchs jedoch gegenüber 2024 nur um gut 1 %.
Selbstversorgungsgrad zum Teil unter 100 %
Bei minimal gesunkener Eigenerzeugung sank deshalb der Selbstversorgungsgrad bezogen auf den Verbrauch um 4,5 Punkte auf 114,6 %. Bei Rindfleisch wurde erstmals die Marke von 100 % unterschritten. Auch Geflügelfleisch lag mit 91,3 % darunter. Mit knapp 139 % war die Selbstversorgung bei Schweinefleisch am höchsten. Allerdings liegt sie bei begehrten Teilstücken wie Filets, Schinken oder Kotelett nach Branchenschätzungen nur bei rund 80 %, was daran liegt, dass die beliebten Teilstücke importiert werden.









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