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Lehrhüten und Freisprechungsfeier 2025 in Triesdorf

Lehrlinge, Gesellen und Meister geehrt

Zum inzwischen 42. Mal trafen sich am 13. September 2025 die auszubildenden Tierwirte Schäferei, der Berufsstand der Schäfer, Vertreter der kommunalen Politik und der Landwirtschaftsverwaltung sowie viele Interessierte zum jährlichen Berufswettkampf in Triesdorf.

von Johanna Mehringer, Landesanstalt für Landwirtschaft erschienen am 03.03.2026
Lehrlinge des Lehrhütens (v.l.): Constanze Treml, Michael Lechner, Dirk Gissel, Hans-Joachim Distler, Hannah Roy und Fabienne Kürner. © Martin Bartl
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Das ideale Hütewetter mit perfektem Hütegelände und die gut gepflegte, führige Triesdorfer Schafherde sorgten wieder für optimale Bedingungen beim Berufswettkampf der Schäferlehrlinge in Bayern. Nach der Begehung des Hütegeländes und letzten Hinweisen durch Andreas Kosel vom AELF Regensburg-Schwandorf starteten die sechs Teilnehmenden:

  • Constanze Treml aus Biebelried (Bayern), Lehrbetriebe: LLA Triesdorf und Schäferei Füller (Bayern).
  • Hannah Roy aus Biebertal (Hessen), Lehrbetrieb Jürgen Benner in Hessen.
  • Hans-Joachim Distler aus Egloffstein (Bayern), Lehrbetrieb: Schäferei Distler (Bayern).
  • Fabienne Kürner aus Eisenbach (Baden-Württemberg), Lehrbetrieb: Wohlfarth GbR Baden-Württemberg.
  • Michael Lechner aus Markt Berolzheim (Bayern), Lehrbetrieb: Schäferei Lechner (Bayern).
  • Dirk Gissel aus Asendorf (Niedersachsen), Lehrbetrieb: Schäferei Erhardt in Baden-Württemberg.

Die dargebotenen Leistungen wurden vom ehemaligen Schafzuchtberater Wolfgang Thomann in gewohnter Manier für die Besucher kommentiert. Als ehemaliger Ausbildungsberater rief er gemeinsam mit Schäfermeister Emil Leitner im Jahr 1983 das sogenannte „Nachwuchsleistungshüten“ ins Leben, welches traditionell bis heute durchgeführt wird. Mit den diesjährigen Teilnehmern haben nun insgesamt bereits 206 angehende Schäferinnen und Schäfer diesen verpflichtenden Berufswettkampf in Vorbereitung auf die Abschlussprüfung bestritten.

Direkt nach jedem Durchgang wurde die Hütekritik durch die drei Prüfer durchgeführt, um den Lehrlingen zu verdeutlichen, worauf es beim Zusammenspiel von Schäfer, Hund und Schafen ankommt, um den Parcours zu meistern, und zur Einschätzung der eigenen Hütefähigkeiten. Lob und konstruktive Kritik wurden angebracht und Verbesserungspotenzial bis zur Abschlussprüfung 2026 aufgezeigt. Denn bis dahin heißt es dranbleiben und üben, um den Abschluss als Tierwirt/in Schäferei erfolgreich zu erlangen.

Diejenigen, die das Lehrhüten in den Vorjahren bereits gemeistert hatten, wurden abends als erfolgreiche Absolventen und Absolventinnen der Schäfergehilfen- und Schäfermeisterprüfung in Bayern feierlich verabschiedet.

Im Rahmen seiner Begrüßung dankte Markus Heinz, Leiter der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf, Dr. Anne Schiborra als Leiterin der Tierhaltungsschule und Familie Smietana, für die gute Zusammenarbeit, ohne die ein Gelingen der praktischen Prüfungen und der überbetrieblichen Ausbildung nicht denkbar wäre. Nach der Übergabe der Hütebriefe konnten die vier neuen Schäfergesellen freigesprochen werden.

An der Abschlussprüfung nahmen 2025 insgesamt sieben Prüflinge teil, wovon drei reguläre Lehrlinge und vier Quereinsteiger waren. Von den sieben haben vier die Prüfungen dieses Jahr bestanden, sie kommen aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Die Gesamtdurchschnittsnote lag bei 3,00. Die schriftliche Prüfung fiel mit 2,9 etwas besser aus als die praktische Prüfung mit 3,07. (Zum Vergleich: Im Vorjahr lag die Gesamtdurchschnittsnote bei 2,96, die praktische Prüfung 3,05 und die schriftliche Prüfung bei 2,78). Nick Brickmann aus Rheinland-Pfalz, der krankheitsbedingt leider nicht anwesend sein konnte, wurde mit einem Durchschnitt von 1,74 Jahrgangsbester.

Tierwirte und Tierwirtinnen Schäferei 2025 (v.l.): Johanna Mehringer (LfL), Ann-Kathrin Kitzinger (Baden-Württemberg), Ronja Vogel (Baden-Württemberg), Janine Staudacher (Bayerische Wollkönigin) und Matthias Jakob (Baden-Württemberg).
Tierwirte und Tierwirtinnen Schäferei 2025 (v.l.): Johanna Mehringer (LfL), Ann-Kathrin Kitzinger (Baden-Württemberg), Ronja Vogel (Baden-Württemberg), Janine Staudacher (Bayerische Wollkönigin) und Matthias Jakob (Baden-Württemberg). © Martin Bartl

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Freisprechung und die Überreichung der Meisterbriefe des Schäfermeisterkurses des Jahrgangs 2024/2025. Von den 14 angetretenen Teilnehmenden haben zehn ihr Ziel erreicht und dürfen sich fortan Tierwirtschaftsmeister/Fachrichtung Schäferei nennen. Ein Kandidat aus Nordrhein-Westfalen wird auf Beschluss des bundesweiten Prüfungsausschusses betriebsbedingt nächstes Jahr sein Arbeitsprojekt und somit seine Meisterprüfung hoffentlich erfolgreich abschließen.

Die Schäfermeisterinnen und Schäfermeister kamen wieder aus ganz Deutschland nach Bayern, um ihren Meistertitel zu erwerben: sechs Teilnehmer aus Bayern, vier aus Baden-Württemberg, zwei aus Nordrhein-Westfalen, einer aus Hessen und eine Teilnehmerin aus Rheinland-Pfalz. Die Gesamtdurchschnittsnote der Prüfungen lag bei 3,16. Eine solide Leistung und im Großen und Ganzen zufriedenstellend. Jahrgangsbeste waren Peter Betz aus der Bogenmühle (Oberpfalz) mit der Gesamtnote von 1,96 und seinem Arbeitsprojektthema „Einfluss des Stallklimas auf die Leistung und Tiergesundheit als Planungshilfe für einen Stallumbau“ und Markus Nutz aus Siegenhofen (Oberpfalz) mit der Gesamtnote von 2,17. Seine Meisterarbeit verfasste er zum Thema „Vergleich von zwei Haltungsformen: Merinolandschaf auf Zwischenfrüchten und Winterweide“.

Tierwirtschaftsmeister und -meisterinnen Fachrichtung Schäferei Jahrgang 2024/2025 (v.l.): Johanna Mehringer (LfL), Peter Betz (Oberpfalz), Valeria Gartner (Mittelfranken), Philip Maurer (Mittelfranken), Moritz Nieß (Baden-Württemberg), Markus Nutz (Oberpfalz), Alexander Schiebler (Hessen), Anna Thomas (Rheinland-Pfalz), Moritz Wörlein (Mittelfranken) und Janine Staudacher (Bayerische Wollkönigin). Nicht auf dem Bild: Franziska Storch, Unterfranken, und David Jacobi, Nordrhein-Westfalen.
Tierwirtschaftsmeister und -meisterinnen Fachrichtung Schäferei Jahrgang 2024/2025 (v.l.): Johanna Mehringer (LfL), Peter Betz (Oberpfalz), Valeria Gartner (Mittelfranken), Philip Maurer (Mittelfranken), Moritz Nieß (Baden-Württemberg), Markus Nutz (Oberpfalz), Alexander Schiebler (Hessen), Anna Thomas (Rheinland-Pfalz), Moritz Wörlein (Mittelfranken) und Janine Staudacher (Bayerische Wollkönigin). Nicht auf dem Bild: Franziska Storch, Unterfranken, und David Jacobi, Nordrhein-Westfalen. © Martin Bartl

Aufgrund dieser herausragenden Leistungen bekamen beide jeweils den Bayerischen Meisterpreis in Form einer Urkunde und einer Medaille vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus verliehen. Alle neuen Meisterinnen und Meister mit Wohn- oder Betriebssitz in Bayern erhielten zudem den Meisterbonus der Bayerischen Staatsregierung in Höhe von 3000 Euro. Dieser Bonus ist ein Anreiz und eine finanzielle Anerkennung für alle, die sich beruflich weiterbilden. Der Landesverband und die LfL gratulieren allen Auszubildenden und Meistern und wünschen viel Erfolg auf dem weiteren beruflichen Weg.

Für das neue Schuljahr haben sich erfreulicherweise wieder vier neue Auszubildende angemeldet, die 2026 ihre Zwischenprüfung absolvieren werden. Die Lehrlinge des Lehrhütens werden im September 2025 zur Abschlussprüfung erwartet.

ZUM THEMA Nächster Meisterkurs

Der nächste Schäfermeisterkurs ist ab 2027 geplant und kann ab 12 Teilnehmenden stattfinden. Interessierte dürfen sich gerne bereits jetzt melden: johan-na.mehringer@lfl.bayern.de

Neuerungen bei der LfL

Seit 2026 gibt es am Institut für Tierzucht eine neue Aufteilung der Arbeitsbereiche:

  • „Zuchtleitung mit Leistungsprüfung und angewandter Forschung zur Schaf- und Ziegenzucht“ unter Leitung von Dr. Susanne Gans,
  • „Schafhaltung, Bildung und Herdenschutz“ unter Leitung von Johanna Mehringer.

Zum Arbeitsbereich „Schafhaltung, Bildung und Herdenschutz“ gehört nun die zuständige Stelle für die Aus- und Fortbildung der Tierwirte und Tierwirtschaftsmeister – Fachrichtung Schäferei. Auch das Projekt „Ackerbeweidung mit Schafen“ als angewandte Forschung auf dem Gebiet der Schafhaltung zählt zu dieser Arbeitsgruppe wie auch der gesamte Themenbereich des Herdenschutzes (Erarbeitung fachlicher Grundlagen, Herdenschutzdemonstrationszentrum in Grub, Mitarbeit in der Weideschutzkommission).

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