
Herbstzeitlose im Frühjahr mechanisch bekämpfen
Ab etwa Ende April befindet sich die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) im Schossen. Dies ist ein idealer Zeitpunkt für eine mechanische Bekämpfung. Die Landwirtschaftskammer (LWK) Saarland informiert.
von Jens Michel (Landwirtschaftskammer Saarland) / Red. erschienen am 16.04.2026Alle Pflanzenteile der Herbstzeitlosen sind giftig, auch im Heu. Bereits 80 g frische Blätter pro 100 kg Körpergewicht führen zu schweren Vergiftungen oder sogar zum Tod. Eine chemische Bekämpfung erzielt nur eine Teilwirkung, wohingegen eine mechanische Bekämpfung höchste Wirkungsgrade erzielt.
Bekämpfung im Frühjahr
Wichtig ist bei der mechanischen Bekämpfung das ideale Stadium der Pflanze. Die höchsten Wirkungsgrade erzielt man mit einem Mulchdurchgang vor dem Schieben der Samenkapsel. Danach treibt die Herbstzeitlose wieder aus und muss erneut abgemulcht werden. Dadurch hungert man sie aus, da die meisten Reservestoffe aufgebraucht sind.
1Bekämpfung im Spätsommer
Eine weitere, recht arbeitsintensive Maßnahme ist das Ausstechen bzw. Ausgraben der Knollen. Dies kann gut im Spätsommer durchgeführt werden, da die lila Blüten der Herbstzeitlose sehr gut im Wiesenbestand zu erkennen sind. Zudem sollte der Boden gut aufgeweicht sein, damit die Pflanzen mit wenig Kraftaufwand ausgegraben werden können.
Das Abmähen der Blüten im Spätsommer ist eine weitere wichtige Maßnahme zur Reduktion, da dadurch weniger samenbildende Kapseln im Folgejahr gebildet werden. Liegen die betroffenen Flächen in Natura-2000-Gebieten, sollten Sie Kontakt mit den zuständigen Behörden (im Saarland das Ministerium, Abteilung D1) aufnehmen. In diesen Gebieten liegt meist ein Mähtermin vor, weswegen eine Sondergenehmigung erforderlich ist.
Bekämpfung je nach Befallsdruck
Optimal eignet sich zum Ausstechen der Ampferstecher. Durch das Ausgraben der Knolle wird die Herbstzeitlose nachhaltig reduziert. Die mechanische Bekämpfung mit dem Ampferstecher empfiehlt die LWK Saarland im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes bei Beständen mit geringem Befallsdruck.
Liegt ein sehr hoher Druck vor (ab 2 Pflanzen pro m²), sollte aus arbeitswirtschaftlicher Sicht eine mechanische Bekämpfung mit einem Mulcher durchgeführt werden. Erfolgt diese Maßnahme zum richtigen Zeitpunkt, ist in der Regel im Folgeaufwuchs keine mehr zu finden. Der Bestand kann dann bis zum Aufkommen der ersten Blüten genutzt werden.












Zu diesem Artikel liegen noch keine Kommentare vor.
Artikel kommentierenSchreiben Sie den ersten Kommentar.