
Gesündere Merinoschafe durch innovative Zuchtforschung
Wie können Merinoschafe widerstandsfähiger gegen Magen-Darm-Parasiten werden? Das untersuchen Forschende der Universität Hohenheim in Stuttgart in dem Projekt sheepR3. Ziel ist es, Tiere mit bestimmten Merkmalen zu züchten, die sie resilienter gegen Infektionen mit Weideparasiten machen. Im Fokus der Forschung stehen der Verlauf der Infektionen und die Frage, welchen Einfluss die Genetik auf die Widerstandsfähigkeit einzelner Tiere hat.
von Universität Hohenheim erschienen am 28.04.2026Das Team um Jörn Bennewitz und Volker Stefanski, beides Professoren der Tierwissenschaften an der Universität Hohenheim, erhebt in zwei Weideperioden alle relevanten Tierdaten. Dabei untersuchen die Forschenden insgesamt 300 Mutterschafe und 600 Lämmer, welche von 12 Böcken unterschiedlicher Zuchtlinien abstammen. Um die Schafe widerstandsfähiger zu machen, sollen die Resistenz, die Resilienz und die Robustheit der Tiere gegenüber Weideparasiteninfektionen gestärkt werden. Wesentlicher Projektpartner ist Markus Schmid, mittlerweile Professor an der Universität Rostock und am FBN Dummerstorf.
Welche Merkmale sind für die Selektion geeignet?
Zunächst geht es darum, die äußeren und inneren Merkmale der Schafe genau zu beobachten und zu analysieren. Die Forschenden wollen herausfinden, welche dieser Merkmale geeignet sind, um Tiere für die Zucht auszuwählen, um eine genetische Verbesserung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Weideparasiteninfektionen zu erreichen. Dafür untersuchen sie die sichtbaren Merkmale wie Aussehen und Leistung der Schafe und überprüfen, inwiefern diese auf die Genetik des Tiers zurückzuführen sind. Sie schauen sich das Immunsystem der Tiere im Detail an und untersuchen, wie dieses reagiert und welche Rolle die Genetik der Tiere dabei spielt. Genauso werden Fitness und Körperfunktionen der Schafe untersucht.
Ausarbeitung eines Leitfadens und von Empfehlungen
Auf Basis der gewonnenen Ergebnisse entwickeln die Forschenden dann einen Leitfaden, mit dem sich Schafe erkennen lassen, die behandelt werden sollten. Ziel ist es, die Forschungsergebnisse so aufzuarbeiten, dass sie im Arbeitsalltag direkt genutzt werden können. Außerdem formulieren sie konkrete Empfehlungen für die Auswahl von Zuchtschafen und geben Auskunft darüber, wie sich die neuen Merkmale in bereits bestehende Zuchtprogramme integrieren lassen.
- Titel: „Verbundprojekt: Entwicklung und Evaluation innovativer Selektionsmerkmale für die Zucht auf Resistenz, Resilienz und Robustheit gegenüber gastrointestinalen Nematoden beim Merinolandschaf (sheepR3)“
- Fördersumme: 593.592 Euro
- Förderinstitution: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
- Dauer: 1. Januar 2026 bis 31. Dezember 2029
- Weitere Beteiligte: Landratsamt Ludwigsburg und Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)









Zu diesem Artikel liegen noch keine Kommentare vor.
Artikel kommentierenSchreiben Sie den ersten Kommentar.