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4. Weihenstephaner Grünlandgespräche | Bayern

Grünland: Unterschiedliche Intensität bewusst nutzen

„Abgestufte Grünlandnutzung – Hype oder Chance?“ Unter diesem Motto standen in diesem Jahr die Weihenstephaner Grünlandgespräche der drei am Campus tätigen Organisationen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) und Technische Universität München (TUM). Unterstützt durch die Arbeitsgemeinschaft Grünland und Futterbau (AGGF) diente die Veranstaltung dem Austausch zwischen Forschern, Mitarbeitenden der Fachverwaltungen, Beratern, Lehrern und Verbänden.

von Landesanstalt für Landwirtschaft / Red. erschienen am 28.04.2026
LfL-Vizepräsidentin Dr. Annette Freibauer bei der Eröffnung der 4. Weihenstephaner Grünlandgespräche. © Christoph Wedmann, LfL
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Die gute Zusammenarbeit der Forschungsorganisationen, aber auch die Bedeutung des Grünlands für die bayerische Landwirtschaft stellten sowohl LfL-Vizepräsidentin Dr. Annette Freibauer, TUM-Prodekan Prof. Dr. Wilfried Schwab als auch HSWT-Dekan Prof. Dr. Martin Spreidler bei ihren Eingangsstatements heraus.

Projekt „BioBayGrün“ untersucht Biodiversitätsveränderungen

Am ersten Tag standen die Inputs aus aktuellen Projekten im Fokus. Das Projekt „BioBayGrün“ beispielsweise beschäftigt sich mit Biodiversitätsveränderungen im bayerischen Dauergrünland von 1950 bis heute. Bearbeitet wird es von allen drei Freisinger Wissenschaftsorganisationen gemeinsam. Um Veränderungen in der Diversität bayerischer Grasländer und mögliche Ursachen über einen Zeitraum von 70 Jahren zu untersuchen, hat die LfL in ganz Bayern durchgeführte Vegetationserhebungen in landwirtschaftlichem Grünland und umfangreiche historische Daten ausgewertet. Dabei zeigte sich zwar eine generelle Abnahme der Artenzahlen, allerdings wurden auch gute Erfolge durch die Maßnahmen des Kulturlandschaftsprogramms (KULAP) festgestellt. Zudem wurde eine immer noch große Vielgestaltigkeit – auch kleinräumig – des Grünlands belegt.

Projekt „Seedmix“ über den Mehrwert von Saatgutmischungen

Die Ergebnisse des Projekts „Seedmix“, die von Forschenden der Forschungsanstalt Raumberg Gumpenstein vorgestellt wurden, zeigten eindrücklich den großen Wert von Saatgutmischungen, die gezielt auf Nutzung, Zielumwelt sowie für Neuansaat und Nachsaat zusammengestellt sind.

Das Forschungsprojekt untersuchte an sieben Standorten in unterschiedlichen Klimaräumen Österreichs die Leistungsfähigkeit und Stabilität intensiver Grünlandbestände unter sich ändernden klimatischen Rahmenbedingungen. Ziel war es, praxisrelevante Strategien für eine resiliente, ertragreiche und qualitativ hochwertige Grünlandbewirtschaftung abzuleiten.

Modernste Technik im Einsatz

Der Workshop am zweiten Tag traf ebenfalls auf großes Interesse der Teilnehmer. Vertreter aus Österreich und Bayern erläuterten dabei die Nutzung KI-basierter IT-Verfahren, um satellitengestützt Schnitttermine und -häufigkeiten sowie die Diversität ihres jeweiligen Grünlands zu erfassen. In Bayern hat sich dabei laut den Referenten die Ergebniskongruenz ganz unterschiedlicher Ansätze (Grünlandmonitoring und Fernerkundung) gezeigt.

Ziel: Pflanzenbauer und Tierernährer Hand in Hand

In Impulsbeiträgen von Fachleuten aus verschiedenen Bundesländern wurde die große Unterschiedlichkeit der Probleme des Grünlands in ganz Deutschland deutlich. Die Vortragenden warben dabei für den Erhalt, aber auch die treffsichere einzelbetriebliche Wahl vielfältiger Lösungsansätze und die Nutzung neuer digitaler Möglichkeiten.

Einig war man sich, dass eine auch betrieblich vielfältige Grünlandnutzung nur durch die enge Zusammenarbeit von Pflanzenbauern und Tierernährern gelingen kann, die beide den Gesamtbetrieb und seine Erfordernisse im Auge haben. Nur ein hinreichendes Netz auch wirtschaftlich resilienter Betriebe könne die vielfältigen Anforderungen an das Grünland nachhaltig leisten. Ebenso wichtig sei es aber auch, der breiten Bevölkerung wieder Zusammenhänge zwischen Grünland, Nahrungsmittelversorgung, Artendiversität und Klimaschutz bewusster zu machen.

Das Interesse an den 4. Weihenstephaner Grünlandgesprächen war groß.
Das Interesse an den 4. Weihenstephaner Grünlandgesprächen war groß. © Christoph Wedmann, LfL
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