
„Gefährliche Raben – schützen oder abschießen?“
Am 10. Februar 2026 zeigte die ARD den Film „Gefährliche Raben – schützen oder abschießen?“. Auf www.schafzucht-online.de > Aktuelles > Nachrichten wiesen wir auf die Ausstrahlung hin. Besonders die Aussagen von Dr. Veit Henning, Biologe und Herausgeber einer Studie über Raben und Schafhaltung, sorgten bei unseren Lesern für Diskussionsbedarf:
erschienen am 03.03.2026Leser A: „Unfassbar, auf welche Weise der Biologe [Dr. Henning] das Interview beendet hat. Eine solche Gesprächsführung wirkt weniger wie wissenschaftliche Einordnung, sondern eher wie Abwehrhaltung. Wissenschaft lebt von Differenzierung, Transparenz über Unsicherheiten und der Bereitschaft, komplexe Sachverhalte offen zu diskutieren – nicht vom pauschalen Zurückweisen von Erfahrungsberichten. Die Aussage, es fehle an Evidenz für Attacken auf gesunde Weidetiere, mag sich auf die aktuelle Studienlage stützen. Doch daraus folgt nicht automatisch, dass entsprechende Vorfälle kategorisch ausgeschlossen werden können. Wissenschaftliche Evidenz beschreibt den Stand der belegten Daten, sie ersetzt jedoch nicht die sorgfältige Prüfung einzelner Beobachtungen. Eine ernsthafte wissenschaftliche Haltung würde hier nicht mit Absolutheit argumentieren, sondern Wahrscheinlichkeiten benennen und offene Fragen klar markieren. Eine solche Verkürzung wird dem wissenschaftlichen Anspruch an Differenzierung und methodischer Vorsicht nicht gerecht.“
Leser B pflichtete Leser A bei: „Über den [Biologen] habe ich mich auch tierisch aufgeregt. Der andere Wissenschaftler aus Österreich [Prof. Thomas Bugnyar] war ja noch bereit, sich mit für ihn neuen Fakten konstruktiv auseinanderzusetzen und seine bisherige Meinung kritisch zu überdenken, aber für diesen Biologen galt offensichtlich die Devise, dass nicht sein kann, was nicht sein darf, denn dann müsste man ja einen Irrtum einräumen. [Ich] habe die ganze Zeit auf den abwertenden Begriff „anekdotische Evidenz“ hinsichtlich der zahlreichen Erfahrungsberichte der Schäfer und Viehzüchter gewartet. Dazu noch diese beleidigte Reaktion auf die Nachfragen des Interviewers. Der sollte sich mal ein Beispiel an Einstein nehmen, der seine eigene kosmologische Konstante im Lichte neuer astrophysikalischer Erkenntnisse selbstkritisch als „Eselei“ bezeichnet hat.“








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