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Frage und Antwort

Sie fragen – unsere Tierärzte antworten

Sie haben eine Frage zu Ihrer Schaf- oder Ziegenhaltung? Schreiben Sie uns! In dieser Rubrik in unserer Schafzucht beantworten unsere Schaf- und Ziegenfachtierärzte Ihre Fragen.

von Dr. Henrik Wagner, Dr. Hannah Hümmelchen, Dr. Lisa Ulrich (Tierklinik für Reproduktionsmedizin und Neugeborenenkunde, 35392 Gießen) erschienen am 06.01.2026
© Ulmer Verlag
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Sollte ich mein Heu/Rauhfutter untersuchen lassen? Die labordiagnostische Untersuchung von Heu, Heulage, Silage und anderen Raufuttermitteln kann sinnvoll sein, um einen Überblick über die Grundfutterversorgung im Betrieb zu erhalten und Rationsberechnungen durchführen zu können. Sie liefert wertvolle Hinweise darauf, ob eine Ergänzung durch z.B. eine weitere Energie- oder Proteinquelle notwendig ist und ermöglicht somit ein frühzeitiges Erkennen von möglichen Versorgungslücken. Darüber hinaus kann die Analyse dazu beitragen, die Futterqualität im Betrieb langfristig zu verbessern, da Rückschlüsse auf Bewirtschaftungsmaßnahmen (z. B. Schnittzeitpunkt oder Nachsaat) gezogen werden können. Jedoch muss berücksichtigt werden, dass es sich nur um stichprobenartige Ergebnisse handelt, da Inhaltsstoffe und Qualität von Fläche zu Fläche variieren, je nachdem was für Pflanzen jeweils gedeihen. Außerdem können die Werte von Jahr zu Jahr abhängig von den Witterungseinflüssen stark variieren. Weiterhin haben der Schnittzeitpunkt und die Lagerung erheblichen Einfluss auf die Inhaltsstoffe wie z.B. Mineralstoffe und Spurenelemente und die Qualität. Was sind spezielle Probleme einer Standweide oder eines festen Unterstandes auf der Weide? Ein häufiges Problem einer Standweide stellt die parasitäre Belastung der Fläche dar. Da der Kot nicht von der Fläche abgesammelt werden kann (wie etwa bei Pferden oder Neuweltkamelen), besteht in der Regel ein erhöhter Infektionsdruck auf Standweiden. Wie massiv das Problem ist, hängt in erster Linie von der Gesamtgröße der Fläche ab, und ob eine Portionierung möglich ist. Wie gut ein fester Unterstand für die Tiere ist, hängt davon ab, wie er konzipiert ist. Hütten aus Wellblech mit nur einem Eingang stellen z.B. keinen adäquaten Schutz bei heißen Temperaturen dar. Außerdem werden bei starkem Regen Unterstände, deren Materialien den Regen laut prasseln lassen, meist als unangenehm empfunden. Ungünstig ist es auch, wenn die Liegeflächen des Unterstandes nicht regelmäßig von Kot gereinigt werden können, da sonst die Tiere vermehrt in ihrem Kot liegen und sich Parasiten auch dort besonders gut vermehren können. Der Boden sollte befestigt sein, da es ansonsten schnell zu einer starken Verschmutzung (Matschbildung) kommt. Dies kann langfristig zu Entzündungen der Klauen führen. Wenn der Unterstand groß genug für die Tierzahl, luftig, aber windgeschützt und vielleicht sogar schattig gelegen ist, kann er einen sehr guten Witterungsschutz darstellen. Sicherlich ist auch immer zu beachten, dass zwischen Schafen und Ziegen bei den Anforderungen eines Witterungsschutzes unterschieden werden muss. Sollte ein betriebsindividuelles Impfschema gemacht werden oder gibt es ein „Standard-Impfschema“? Eine pauschale Impfempfehlung bei Schafen und Ziegen gilt für die Impfung gegen Clostridien und aufgrund der aktuellen Situation gegen das Blauzungenvirus Serotyp 3 (BTV3). Alle anderen Impfungen sind als betriebsindividuell anzusehen und sollten bei entsprechenden Problemen im Betrieb angewendet werden. Dies kann mit dem bestandsbetreuenden Tierarzt vor Ort besprochen werden. Zum Impfschema lässt sich sagen, dass bei der Clostridienimpfung eine Muttertiervakzination gewählt werden kann, bei der die Lämmer über einen längeren Zeitraum nach der Geburt durch maternale Antikörper geschützt sind und somit erst später grundimmunisiert werden müssen. Alternativ kann die Impfung des Bestandes auch außerhalb der Trächtigkeit erfolgen, dann sollten die neugeborenen Lämmer allerdings zum frühestmöglichen Zeitpunkt nach der Geburt (abhängig vom Impfstoff) geimpft werden. Für jedes Tier gilt, dass es bei Erstimpfung eine Grundimmunisierung erhalten muss, um dann einmalig (meist im jährlichen Abstand) nachgeimpft zu werden. Die Impfzeitpunkte und -schemata variieren je nach Impfstoff.
Kontakt für ihre Fragen

Schafzucht-Redaktion

E-Mail: fmuth@ulmer.de

WhatsApp: 0152/29529776

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