1. Bundesschau: Die Besten unter den Besten gefunden
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Die seit über zehn Jahren erste Bundesschau für Zuchttiere aus maedi-unverdächtigen Betrieben fand am 23. und 24. August 2008 auf dem Gelände der LandTageNord statt und wurde durch den Landes-Schafzuchtverband Weser-Ems im Auftrag der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) ausgerichtet. Dauerregen erschwerte am ersten Tag der Bundesschau das Richten der Einzeltiere. Am zweiten Tag erfolgte die Auswahl der Sieger- (S) und Reservesiegertiere (RS), der Sammlungswettbewerb, der Jungzüchterwettbewerb und schließlich die Siegerehrung im Großen Ring. In zwei Ringen wurden die besten Zuchttiere der Rassen Ostfriesisches Milchschaf, Texel und Dorper bewertet. Preisrichter für die Milchschafe waren Milchschafzüchter Nico Verduin aus den Niederlanden, der mit seiner Frau Irma einen Betrieb mit 800 Milchschafen bewirtschaftet (siehe Schafzucht 3/2007), und Müffel Gaberthüel aus der Schweiz, der ebenfalls Züchter dieser Rasse ist. Texel und Dorper rangierten Dr. Theo Heine und Karl-Dieter Fischer. „Ich stütze mich beim Richten weniger auf die Angaben im Katalog, sondern beurteile jedes Tier individuell!“ Anhand eines "Speed-Checks"
- Zähne,
- Rückenlinie,
- Fundament,
- Wolle,
- Euter
und mit einem guten Auge rangiere er die Tiere, erklärte Müffel Gaberthüel.
Weiße Milchschafe
Bei den weißen Ostfriesischen
Milchschafen wurden
knapp 100 Tiere von 23 Züchtern
aus sieben Bundesländern
zur Bundesschau aufgetrieben.
„Das Richten ist nicht einfach
bei so vielen guten Tieren, die
qualitätsmässig auf einem hohen
Niveau eng beieinander
liegen“, erklärte der Schweizer
Milchschafexperte. „Selbst diejenigen
Züchter, die mit einem
If-Preis nach Hause fahren, besitzen
ja ein hervorragendes
Zuchttier!“
Die Mutterschafe wurden
aufgrund des Altersunterschiedes
in sieben Klassen gerichtet.
Schwarze Milchschafe
Bei den schwarzen und gescheckten
Ostfriesischen Milchschafen
brachten vier Züchter
aus drei Bundesländern Tiere
zur Bundesschau. Sie stellten sehr gute Tiere vor. Da die Population
der schwarzen Milchschafe
insgesamt nur sehr klein
ist, können Probleme durch Inzucht
auftreten. Manche Züchter
setzen daher auch weiße
Milchschafböcke ein, was natürlich
die Fellfarbe beeinflusst:
es werden schwarze, weiße
und gescheckte Lämmer geboren.
Texel
Als zweitstärkste Rasse waren
die Texelschafe mit 90 Tieren
von 13 Züchtern aus fünf
Bundesländern vertreten.
„Die Züchter haben zu dieser
Bundesschau ihre Schmuckstücke
aufgetrieben“, betonte Heiko
Schmidt, Vorsitzender des
Landes-Schafzuchtverbandes
Weser-Ems. Die Schlachtkörper
dieser Rasse mit ihren ausgeprägten
Keulen und muskulösen
Rücken würden von Metzgern
gerne gesehen.
Er dankte den Schafhaltern
für die gute Vorbereitung ihrer
Tiere, die weitgehend im April
geschoren wurden, um jetzt ein
einheitliches Bild abzugeben.
Dorper
Zwei Züchter der Rasse Dorperschafe
aus Mecklenburg-
Vorpommern und Baden-Württemberg
kamen mit zehn Tieren
zur Bundesschau. Die vorgestellten
Tiere dieser temperamentvollen
Rasse zeichneten
sich durch ein gutes Fundament,
eine starke Brustpartie
und eine gute Rumpftiefe aus.
Rahmenprogramm
Für das allgemeine Publikum
führten Schafscherer Ulrich
Nitz und Schwarzkopfzüchter
Dieter Voigt die Schafschur am
Boden und auf der Bank sowie
das Schneiden der Klauen vor.
Jungzüchterwettbewerb
Mit besonders viel Beifall
wurden die Jungzüchter bedacht:
Acht Kinder präsentierten
beim Jungzüchterwettbewerb
ihre Schafe im Vorführring
und wurden mit kritischen
Augen von den beiden Preisrichtern
beurteilt. Meike Avramut
vom Landeskontrollverband
Weser-Ems und Carl Lauenstein,
VDL-Vorsitzender, erläuterten
den Jungzüchtern
während des Richtens die Bewertungskriterien.
„Nicht nur das Schaf ist jetzt
wichtig, wir achten auch darauf,
wie die Kinder ihre Tiere
vorstellen und auf ihre Präsentation
achten“, erklärte er. Im
Rahmen der großen Siegerehrung
erhielten alle Teilnehmer
des Jungzüchterwettbewerbs
– Weeke Saathoff war mit drei
Jahre die jüngste Teilnehmerin
– ihren verdienten Pokal.
Siegerehrung
Schafe seien aus der Landschaftspflege
nicht mehr wegzudenken,
betonte der VDLVorsitzende
anlässlich der Siegerehrung
im großen Vorführring.
Von der Küste bis zu den
Alpen erfüllten sie diesen Auftrag
– ob zur Heide- oder
Deichpflege oder zur Freihaltung
der Landschaft. Carl Lauenstein
dankte allen Schafhaltern
für ihre Arbeit und den
Ausstellern auf dieser 1. Bundesschau
für die Vorstellung
ihrer hervorragenden Zuchttiere.
Die Silberne Preismünze des
Bundesministeriums für Ernährung,
Landwirtschaft und Forsten
(BMELV) erhielt Heinrich
Schröder für seine Siegersammlung
bei den Milchschafen,
bei denen die Konkurrenz
besonders stark war.
Mit der Silbernen Preismünze
des Niedersächsischen Ministeriums
für Ernährung,
Landwirtschaft, Verbraucherschutz
und Landentwicklung
wurden geehrt: Robert Winterhalder,
Günter Lindeburg und
Heinz Bulling für ihre Zuchterfolge
bei den Ostfriesischen
Milchschafen sowie Willi Warnke
für seinen Erfolg in der
Texelzucht. Die Silberne Preismünze
der Landwirtschaftskammer
(LWK) Niedersachsen
bekam Dieter Marwedel, vier
Bronzene Preismünzen der
LWK Niedersachsen gingen an
Heinz Bulling, Robert Winterhalder,
Reinhard Jacobsen und
Herbert Fettköter. VDL-Plaketten erhielten die
erfolgreichen Züchter Günter
Lindeburg, Eberhard Lang, Peter
Doden, Bernd Brüggemann,
Siegbert Lamparter und Eike
Schön-Petersen.
Die Milchschafzüchterin Marie-
Luise Dittrich wurde mit
der Bronzenen Preismünze des
Landesbetriebes Landwirtschaft
Hessen ausgezeichnet.
Frauke Muth
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