Aktuelles zur Wolfspopulation in Hessen und den Herdenschutzmaßnahmen
online Hessen Deutschland
Der Landschaftspflegeverband Rheingau-Taunus möchte Weidetierhaltende darin unterstützen, ihre Tiere vor Wolfsübergriffen zu schützen, und bietet mit dem Deutschen Verband für Landschaftspflege, dem Wolfszentrum Hessen und dem Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) die Online-Infoveranstaltungen „Aktuelles zur Wolfspopulation in Hessen und den Herdenschutzmaßnahmen“ sowie „Förderung von Herdenschutzmaßnahmen in Hessen“ an.
Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Weidetierhaltende, aber es sind alle mit dem Thema Wolf und Weidetierhaltung befassten Akteure herzlich willkommen.
Die Veranstaltung ist kostenlos und findet als Webex-Videokonferenz statt.
Im Überblick:
Veranstaltung „Aktuelles zur Wolfspopulation in Hessen und den Herdenschutzmaßnahmen“
- Anmeldung bis zum 24. Februar 2026
- Daten: 25. Februar 2026, 18:30 bis ca. 20:30 Uhr
- www.hessen.dvl.org
Veranstaltung „Förderung von Herdenschutzmaßnahmen in Hessen“
- Anmeldung bis zum 4. März 2026
- Daten: 5. März 2026, 18:30 bis ca. 20:30 Uhr
- www.hessen.dvl.org/aktuelles/veranstaltungen
Im Detail:
Wo leben Wölfe aktuell in Hessen und wie werden diese scheuen Tiere nachgewiesen?
Luisa Traut vom Wolfszentrum Hessen (WZH) stellt die aktuellen Ergebnisse des wissenschaftlichen Wolfsmonitorings vor. Seit 2010 liefern hauptamtliche und ehrenamtliche Wolfsberater, aber auch Jäger und Bürger Fotos, Videos und Spuren an das Wolfszentrum. Dort werden sie von den Mitarbeitern des WZH überprüft, klassifiziert nach ihrer Güte, und dann in das Monitoring aufgenommen.
In den letzten zwei Jahren kam es zu einem deutlichen Rückgang der Wolfspopulation in Hessen, wie das Monitoring zuverlässig zeigt. Wölfe suchen sich einen geeigneten Lebensraum und verlassen ihr Territorium nur, wenn sie es müssen. Ihr territoriales Verhalten erleichtert das Monitoring. Auf der Suche nach einem geeigneten Territorium können Wölfe mehrere 100 km wandern. Vor diesem Hintergrund ist der Schutz von Weidetieren auch außerhalb von Wolfsterritorien wichtig.
Wie lassen sich Weidetiere gegen Wolfsübergriffe schützen?
Alexander Henz, Herdenschutzberater des LLH, erklärt, wie mit Elektrozäunen und einer hohen Schlagkraft durch gute Erdung und starke Batterie, Schafe und Ziegen geschützt werden können. Wenn Wölfe Nutztiere reißen, sind es zu 90 % Schafe und Ziegen. Für den Schutz der gefährdeten kleinen Weidetiere gibt es in Hessen durch die Weidetierrichtlinie Fördermittel für Landwirte und auch für private Tierhalter von kleinen Herden ab 10 Tieren.
Nicht nur Netzzäune schützen Schafe und Ziegen, auch Herdenschutzhunde, zusätzliche stromführende Litzen, ein Untergrabeschutz, Litzen mit Flatterband, eine sichere Unterbringung ab der Dämmerung, z.B. in Nachtpferchen, oder die Anwesenheit von Menschen oder Hirten senken das Risiko eines Übergriffs. Herr Henz erläutert, wie diese verschiedenen Herdenschutzmaßnahmen in der Praxis aussehen und in den Alltag integriert werden können.
Zweite Veranstaltung über Fördermöglichkeiten
Eine zweite Online-Veranstaltung am 5. März 2026 zeigt die Fördermöglichkeiten für den Herdenschutz in Hessen über die Richtlinie Weidetierschutz und das Hessische Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Programm (HALM 2) auf.
Jonathan Scharf vom Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt stellt die Antragstellung und die förderfähigen Maßnahmen vor. Nicht nur Material wie Zaun oder Batterie können gefördert werden, sondern auch der Unterhalt der Weidezäune und Herdenschutzhunde. Alexander Henz, Herdenschutzberater des LLH, wird die praktische Umsetzung der Herdenschutzmaßnahmen, angepasst an verschiedene Weidetierarten, erklären.