Kanton Wallis zertifiziert eigene Herdenschutzhunde
Eine der effektivsten Herdenschutzmaßnahmen sind laut des schweizerischen Kantons Wallis Schutzhunde. Diese sind allerdings gefragt wie selten zuvor - und das ist ein Problem. Daher lanciert der Kanton ein eigenes Programm für Schutzhunde, das eine Ergänzung zum offiziellen Weg über die Schweizerische Fachstelle Herdenschutz des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) Agridea sein soll.
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Im Wallis gibt es derzeit 57 offizielle Herdenschutzhunde (HSH). Das bedeutet, dass sie die von Agridea organisierten Eignungstests bestanden haben. Angesichts der exponentiellen Zunahme der Wolfspopulation in der Schweiz kann Agridea jedoch der Nachfrage nach Herdenschutzhunden im ganzen Land nicht mehr nachkommen.
Um den Mangel an offiziell vom Bund anerkannten Hunden zu beheben, hat der Kanton Wallis beschlossen, ein eigenes Prüfungs- und Legitimierungsprogramm zu entwickeln.
Weitere 43 Schutzhunde erfolgreich ausgebildet
Mit dieser Aufgabe wurde Arcadia, die Schweizerische Vereinigung zur Erhaltung der Weidewirtschaft, betraut, die eine Ausbildung für Hunde sowie Züchter ausgearbeitet hat. 43 Hunde verschiedener Rassen (Bernhardiner, Kangal, Transmontano usw.) haben die Prüfungen erfolgreich bestanden und können die Herden in diesem Sommer auf die Alpen begleiten.
Das neue Konzept weckt das Interesse anderer Kantone, und derzeit laufen Gespräche mit dem Bundesamt für Umwelt, damit es die Ausbildung noch in diesem Jahr anerkennt und die HSH Wallis ab sofort in die interaktive Schweizer Herdenschutzhunde-Karte, die sich vor allem an Spaziergänger richtet, aufnimmt.
Die neue Ausbildung sei nicht als Konkurrenz zur bestehenden Ausbildung durch die Agridea gedacht. Viel mehr wolle man eine Unterstützung für das vorhandene Angebot sein, so Schwery, Verantwortlicher Herdenschutz Kanton Wallis.
Ob sich die neue Ausbildung bewährt, werden nicht zuletzt die Hunde während ihres Einsatzes in den Walliser Alpen zeigen.
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