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Knickpflege ist jetzt Immaterielles Kulturerbe

Die in Schleswig-Holstein typischen Wallhecken - die sogenannten Knicks - wurden jetzt von der UNSECO als Immaterielles Kulturerbe anerkannt.
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Thorsten Schier/shutterstock.com
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Ein Knick ist die norddeutsche Bezeichnung für einen mit Gehölzen bewachsenen Wall. Im 18. Jahrhundert wurden Knicks angelegt, um Weide- und Waldwirtschaft voneinander zu trennen. Die mit Sträuchern und Bäumen bepflanzten Erdwälle dienten als Zaun, Windschutz, Brenn- und Bauholzlieferanten. Dank des Wissens in der Landwirtschaft und freiwilligen Engagements um die Pflege konnten die Knicks bestehen bleiben. Sie prägen heute das Landschaftsbild Schleswig-Holsteins und bilden ein artenreiches Ökosystem. (Der Begriff "Knick" leitet sich lt. Wikipedia von der Pflegetätigkeit ab, nämlich dem Knicken bzw. Beugen von Zweigen, dünnen Ästen oder sehr jungen Bäumen, um das Höhen- und Breitenwachstum zu begrenzen und zugleich die Hecke zu verdichten.)

Bestandteil der grünen Infrastruktur

Die Entscheidung, Knicks zum Immateriellen Kulturerbe zu erklären, gab die Sonderorganisation der Vereinten Nationen (VN) am 15. März 2023 bekannt. Der Schleswig-Holsteinische Heimatbund, kurz SHHB, war unter Mitwirkung des Umweltministeriums an diesem Erfolg maßgeblich beteiligt. Knicks gehören zu Schleswig-Holstein wie Küste und Meer, betont Naturschutzstaatssekretärin Katja Günther. "Sie sind wesentlicher Teil der grünen Infrastruktur in unserem Land und ein Beitrag zum Natur- und Klimaschutz. Politik, Landwirtschaft und auch die Wirtschaft tragen eine große Verantwortung für dieses wertvolle Kulturerbe."

Warum Immaterielles Kulturerbe?

Beim Immateriellen Kulturerbe geht es um über Jahrhunderte gewachsene sich verändernde kulturelle Ausdrucksformen, die von Menschen getragen und über Generationen weitergegeben werden. So wie die traditionelle Knickpflege in Schleswig-Holstein, die sich im Laufe der Jahrhunderte wandelte und sich heute vorrangig auf das „Auf-den-Stock-Setzen“ der Knicks bezieht. Dabei werden die strauchartigen Gehölze in der Regel im 10- bis 15-jährigen Rhythmus bis auf die Stümpfe abgesägt. Dadurch treiben die Stümpfe wieder aus und es entsteht von Neuem ein dichter Heckenbewuchs. Das Knicken beschränkt sich auf den Zeitraum von Oktober bis Ende Februar, um Wildtiere, insbesondere Vögel, nicht in ihrem Brutverhalten zu stören.

Knicks sind auch heute noch Holzlieferanten, sie schützen das flache Land vor Wind und Erosion, bilden mit ihrem Strukturreichtum wertvolle Refugien vieler Tier- und Pflanzenarten und tragen zum Biotopverbund bei. Ohne die regelmäßige Pflege wachsen die Wallhecken zu lichten Baumreihen auf, wodurch die vielfältigen Funktionen nicht mehr bewahrt werden.

Gut für Tiere und Natur

Das Schafzucht-Magazin berichtet über den Wert von Hecken in seiner Ausgabe 11/2021, ab Seite 8. Der Artikel "Gut für die Schafe, gut für die Natur" berichtet über die Vorteile für die Herdengesundheit, die Produktivität der Tiere (Tageszunahmen), die Qualität des Weidelandes und den Nutzen für die Biodiversität.

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