Erfolgreicher "Aktionstag der offenen Weide"
Die deutschen Weidetierhalter bangen um ihre Existenz. Aus diesem Grund hatte der
Förderverein der Deutschen Schafhaltung (FDS) am 5. September 2021 zum bundesweiten
„Tag der offenen Weide“ aufgerufen, um auf die Probleme aufmerksam zu machen.
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Etwa 20 Betriebe haben sich bundesweit am diesjährigen „Aktionstag der offenen Weide“ beteiligt, der zum zweiten mal vom Förderverein der Deutschen Schafhaltung (FDS) initiiert wurde, um auf die schwierige wirtschaftliche Situation der Weidetierhalter in Deutschland aufmerksam zu machen. Bei den Aktionen in den einzelnen Betrieben standen die Schaf- und Weidetierhalter den Besuchern, Lokalpolitikern und der Presse Rede und Antwort.
Mecklenburg-Vorpommern: Besuch des Staatssekretärs
In Mecklenburg-Vorpommern nahm sich Staatssekretär Dr. Jürgen Buchwald vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Zeit und hörte sich auf dem Schäfereibetrieb von Maik Gersonde in Grebs-Niendorf die Sorgen und Nöte der Weidetierhalter aus erster Hand an. Buchwald informierte auch über den noch in der Abstimmung befindlichen, neuen Wolfsmanagementplan für Mecklenburg-Vorpommern.
Sorgen ernst nehmen
Maik Gersonde hatte den „Tag der offenen Weide“ mit Unterstützung des Landesschaf- und Ziegenzuchtverbandes Mecklenburg-Vorpommern auf die Beine gestellt, und die weit über 100 Besucher, die zum Schauhüten und zur Podiumsdiskussion auf seinem Betrieb gekommen waren, zeigen, wie ernst die Sorgen der Weidetierhalter zu nehmen sind. Die Weidetierhaltung sei die ökologischste Art der Nutztierhaltung und zudem die tierfreundlichste Haltungsform, betonte Wendelin Schmücker, Vorsitzender des Fördervereins. Durch die Wiederansiedlung der Wölfe stünden nun Freiheit, Frischluft, Wohlbefinden und Tierwohl auf dem Spiel.
„Unsere Schafe sind ,Landschaftsmacher‘“, erklärt der FDS-Vorsitzende Wendelin Schmücker, selbst Schäfer aus Winsen-Luhe. „An den Küsten, den Deichen, Mooren, Heiden und Alpen werden die Leistungen der Tiere sichtbar. Jahrzehntelang waren diese Flächen und deren Erhaltung im Fokus der Naturschutzpolitik. Unstrittig ist die Weidetierhaltung die ökologischste Art der Nutztierhaltung. Nicht nur das, sie ist zudem die tierfreundlichste Haltungsform. Diese wird von der Bevölkerung und den Verbrauchern geschätzt und von der Politik gefördert“, führt Schmücker aus.
Weidetierhalter fordern ein vernüftiges Wolfsmanagement
Die Weidetierhalter fordern deshalb die Politik auf, ein Wolfsmanagement einzuführen, dem ein Raumplanungskonzept zugrunde liegt. Gerade die Weidetierhaltung leistet im gesamten Bundesgebiet einen wertvollen Beitrag zum Schutz der Ressourcen Boden, Trinkwasser und Luft sowie für die Lebensräume seltener Pflanzen und Tiere. Sie trägt nachhaltig zum Küsten- und Deichschutz und zur Pflege der Kulturlandschaft (Heide, Moore, Trockenrasen, Wacholderheiden) bei und sichert so viele Arbeitsplätze in nachgelagerten Bereichen auf dem Land. Allein in Deutschland pflegen mehr als 2 Millionen Schafe mehr als 350.000 ha wertvolles Grünland.
FDS: maximal 250 Wölfe in Deutschland!
Anlässlich des Tages der offenen Weide tauschten sich Interessierte mit Vertretern aus der Schaf-, Rinder- und Pferdehaltung aus und informierten sich über die vielfältigen Leistungen der Weidetierhalter für Artenvielfalt und Naturschutz. Der Förderverein und auch der Bauernverband haben deutlich gemacht, dass nur ein aktives Wolfsmanagement dazu beitragen könne, das Überleben der Weidewirtschaft zu sichern. Der Förderverein sprach sich klar für eine Obergrenze von Wölfen aus, die aus seiner Sicht nicht mehr als 250 erwachsene Tiere für Deutschland betragen dürfe.
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