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Moderhinke: Einfach mit der Wärmebildkamera erkennen?

Australische und italienische Veterinärmediziner haben den Einsatz der digitalen Infrarot-Thermographie zur Erkennung von krankhaften Klauenveränderungen bei Schafen getestet.
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Dierichs
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Sie untersuchten den Zwischenklauenspalt von insgesamt 15 Böcken eines Zuchtbestandes in der Nähe von Sidney; neun Böcke hatten gesunde Klauen, bei sechs Tieren wurden Läsionen diagnostiziert. Für den Gesundheitsstatus der Klauen wurde eine „Note“ zwischen 0 und 4 vergeben. Um die Benotung zu objektivieren, wurde drei Tage lang immer zur selben Zeit die Oberflächentemperatur der Zwischenklauenhaut mit einer Wärmebildkamera gemessen. Zwischen der Durchschnittstemperatur bei den neun „klauengesunden“ Böcken (33,7°C) und den sechs Böcken, die krankhafte Veränderungen im Zwischenklauenspalt aufwiesen (35,1°C), ermittelte die Kamera einen signifikanten Unterschied von 1,4°C (p < 0,05). Doch bisher sind die zwischen den einzelnen Schafen ermittelten Temperaturunterschiede noch zu groß, um sich bei der Diagnostik allein auf dieses Hilfsmittel verlassen zu können. Deshalb haben die australischen Forscher ein weiteres Kriterium hinzugezogen: Den oxydativen Stress. Bei oxidativem Stress ist das Gleichgewicht zwischen Prooxydantien (die Entstehung freier Sauerstoffradikale fördernde Substanzen) und Antioxydantien („Radikalenfänger“) gestört. Biomarker sind objektiv messbare Parameter, die auf den Ablauf krankhafter Prozesse (z. B. Entzündungen) in einem Organismus hinweisen können. Um diese Stoffwechselstörung messen zu können, wurden Blutproben der fünfzehn Böcke auf drei verschiedene Biomarker untersucht, die auf oxidativen Stress hinweisen. Die Auswertung der Ergebnisse ergab, dass die kombinierte Anwendung der Infrarot-Thermographie und der Messung bestimmter Biomarker die Identifizierung von Schafen mit Klauenerkrankungen, wie zum Beispiel Moderhinke, ermöglicht.

(Aus: PÂTRE, Oktober 2015, No. 627)

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